Schont Natur und Geldbeutel…

Der Energieträger Holz weist gegenüber fossilen Brennstoffen wie Öl oder Gas zwei grundsätzliche Vorteile auf. So ist die Verbrennung von Holz CO2-neutral, das heißt, es wird bei der Verbrennung von Holz nicht mehr CO2 in die Atmosphäre abgegeben, als es während des Wachstums aufgenommen hat. Außerdem ist Holz ein in begrenztem Umfang nachwachsender Energieträger. „Schließlich“, verweist Frank Kuhlmey von der OVAG-Tochter oberhessischeENERGIEAGENTUR „ist Holz, bezogen auf den Energiegehalt, gut 50% günstiger als beispielsweise Heizöl.“

Der Brennstoff Holz wird in Form von Hackschnitzeln, Pellets oder Scheitholz angeboten. Während Hackschnitzel eher in größeren gewerblichen oder öffentlichen Liegenschaften ihre Anwendung finden, können Pellets und Scheitholz auch für private Haushalte eine interessante Alternative sein.

Pellets sind Presslinge aus Sägemehl. Nach „DIN plus“ zertifizierte Pellets haben eine definierte Größe und Festigkeit sowie einen Heizwert von rund 5 kWh/kg. Bei einem Preis von 185 Euro (brutto) je Tonne genormter Pellets bezahlt der Kunde also etwa 3,7 Cent (brutto) je kWh Energieinhalt. Zum Vergleich: die Kilowattstunde Heizöl kostet derzeit etwa 8,6 Cent (brutto).

Etwas komplizierter ist die Bewertung von Angeboten beim Festholz. Raum- oder Schüttraummeter sind hier handelsübliche Mengenangaben.
Ein Raummeter Holz entspricht einem Kubikmeter geschichteter Holzstämme einschließlich der unvermeidbaren Zwischenräume. Gespaltenes Holz wird oft in Schüttraummetern entsprechend einem Kubikmeter geschütteter Holzmasse angeboten. Besonders bei Schüttraummetern ist Vorsicht geboten, da es sich hier um eine sehr ungenaue Maßangabe handelt. Ein Raummeter enthält zwischen 1,5 und 2-mal soviel Holzmasse wie ein Schüttraummeter.

Genaueren Aufschluss über den Energieinhalt kann hier nur die Angabe von Gewicht, Holzsorte und Holzfeuchte bieten. Die Holzfeuchte sollte zum Zeitpunkt der Verbrennung nicht mehr als 20% betragen.

Effizienteste Art der Holzverbrennung

Frank Kuhlmey: „Die effizienteste Art der Holzverbrennung bietet eine automatisch geregelte Zentralheizung. Hierbei stehen Pelletkessel und Scheitholzvergaserkessel einer Öl- oder Gasheizung in Sachen Betriebssicherheit und Energieausnutzung kaum nach.“ Der automatisch beschickte Pelletkessel bietet darüber hinaus einen vergleichbaren Bedienungskomfort.

Wichtig ist hier die ausreichende Dimensionierung des Pelletlagers. Denn je größer die beim Lieferanten abgenommene Menge ist, desto günstiger lässt sich der Preis gestalten. Ein Heizungspufferspeicher, der zumindest die Wärme eines Kesselabbrands aufnehmen kann, gehört zwingend dazu. Die spezifischen Anlagenpreise (Euro je Kilowatt Leistung) sinken mit der Größe der Anlage. Daher stellen Pelletheizungen besonders bei größeren Wohneinheiten eine interessante Alternative dar.

Der günstigste Zeitpunkt für den Umstieg auf Holz ist die Erneuerung der bestehenden Heizung. Zwar verursacht ein Holzkessel höhere Anschaffungskosten als ein konventioneller Kessel, dennoch kann dieser durch den günstigeren Brennstoffpreis bei ausreichendem Wärmebedarf die wirtschaftlich günstigere Lösung sein. Zudem gibt es attraktive Fördermöglichkeiten durch das Land Hessen und den Bund.

Über der Nachfrage

Derzeit liegt das Energieholzpotential Deutschlands deutlich über der Nachfrage. Doch immer mehr Menschen beginnen sich für diesen umweltfreundlichen Brennstoff zu interessieren. Und eins ist klar: der Wärmebedarf deutscher Haushalte liegt um ein mehrfaches über dem, was uns unsere Wälder an Energieholz zu bieten haben. Auf mittlere Sicht führt also auch bei einer zunehmenden Umstellung auf Holzheizungen kein Weg an einer energetischen Optimierung der Gebäudehülle vorbei.

Ausführlichere Informationen zur Holzheizung, der energetischen Gebäudemodernisierung sowie den entsprechenden Fördermöglichkeiten unter www.oberhessischeENERGIEAGENTUR.de, Tel. 06031 – 68 53 13


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