Friedberg lässt lesen 2011 / 2012
Nicole Averkamp/ Christian Herrmann/ Mathias Herrmann
Sonntag, 21. August 2011, 11 Uhr
„Kleist-Matinee“
OVAG-Hauptverwaltung
„... die Wahrheit ist, daß mir auf Erden nicht zu helfen war“, schrieb der 34-jährige Heinrich von Kleist an seine Stiefschwester Ulrike am Morgen seines Todes. 1777 in Frankfurt an der Oder geboren, tritt er als Vierzehnjähriger in die Armee ein, mit einundzwanzig nimmt er seinen Abschied. Rastlose Jahre mit vielen Reisen beginnen, Lebenspläne privater und beruflicher Art zerschlagen sich immer wieder. Dieses Leben spiegelt sich im Werk des genialen Dichters, in seinen Theaterstücken, Briefen, Erzählungen und Kurzgeschichten.
Zusammengestellt hat das Programm der Friedberger Buchhändler Christian Herrmann. An seiner Seite die Schauspielerin Nicole Averkamp vom Theater in Heidelberg sowie der Schauspieler Mathias Herrmann (u.a. „Ein Fall für Zwei“, „John Rabe“).
Eintritt: 10 Euro, Schüler und Studenten 7 Euro
Volker Klüpfel & Michael Kobr
Donnerstag, 1. September 2011, 20 Uhr
„Schutzpatron“
Aula der Augustinerschule
ACHTUNG - verlegt in die Stadthalle Friedberg!
Lesungen stehen mitunter im Verdacht, langweilig und furchtbar ernst zu sein. Diesem Ruf haben Michael Kobr und Volker Klüpfel den Kampf angesagt. Von ihren Veranstaltungen kann man vieles sagen kann - nur nicht, dass es dort langweilig zugeht. Denn die Allgäuer Bestsellerautoren liefern eine Funken sprühende Mischung aus Krimi und Comedy.
Nach Erfolgsbüchern wie „Milchgeld“ und „Rauhnacht“ erschien nun mit „Schutzpatron“ ihr nächster Streich, mit dem sich Kommissar Kluftinger herumschlagen muss. Endlich kehrt der Burgschatz mit der Reliquie von St. Magnus, dem Schutzpatron des Allgäus, nach Altursried zurück. Vor Jahrzehnten wurde unter der Burgruine Kalden der sagenhafte Schatz gefunden und ging auf Ausstellungsreise. Nun muss Kluftinger an einer Arbeitsgruppe teilnehmen, die eigens für die Sicherung der Kostbarkeiten gegründet wurde. Dabei hat er doch ganz andere Probleme: Er hat den Mord an einer Frau aufzuklären.
Volker Klüpfel arbeitete als Journalist beim „Baltimore Chronicle“ in den USA, beim Bayerischen Rundfunk und der „Augsburger Allgemeinen Zeitung“. Michael Kobr unterrichtete zuletzt Deutsch und Französisch in Memmingen.
Eintritt: 12 Euro, für Schüler und Studenten 8 Euro
© Arne Schultz
Jo van Nelsen
Mittwoch, 7. September 2011, 20 Uhr
Jo Babba! – van Nelsen liest Die Hesselbachs / „Der röhrende Hirsch“
OVAG-Hauptverwaltung
„Kall, mei Drobbe!“ Fest im Gedächtnis verankert ist Mamma Hesselbachs legendärer Ausruf. Der Frankfurter Kabarettist und Chansonier Jo van Nelsen hat zwei nur noch antiquarisch erhältliche Bücher ausgegraben. Sie heißen „Babba“ und „Mamma“ und wurden 1967 geschrieben von dem gebürtigen Friedberger Wolf Schmidt, alias Babba Hesselbach.
Aus denen liest Jo van Nelsen vor, so an diesem Abend die Episode „Der röhrende Hirsch“, eine der populärsten Geschichten von Wolf Schmidt überhaupt.
Die Zuhörer dürfen sich entführen lassen in das Hesselbach´sche Universum voller Ruhe und Beschaulichkeit – und wer die Augen schließt, wird sie alle wieder treffen: Babba und Mamma Hesselbach, Sohn Willi und Herrn Münzenberger, den schwäbischen Buchhalter, die Pinella und Rudi, den Lehrbub. Wer allerdings die Augen offen hält, sieht nur einen: Jo van Nelsen. Aber ihm dabei zuzusehen, wie er nacheinander und durcheinander alle und jeden spielt, das ist ein besonderes Erlebnis.
Eintritt: 8 Euro, für Schüler und Studenten 5 Euro
Matthias Politycki
Montag, 19. September 2011, 20 Uhr
„London für Helden“
Café Kaktus
London ist und bleibt ein Abenteuer für den Fremden, nicht zuletzt des britischen Bieres wegen, das einen Pub-Besuch schon beim ersten Schluck zu einer existentiellen Herausforderung macht. Kann es sein, dass wir trotz heißen Bemühens nichts von der englischen Seele begreifen, weil unser Gaumen bereits an der Verkostung einheimischer Ales scheitert? Mit seinem neuen Buch legt der Schriftsteller Matthias Politycki ein kleines (Anti-) Heldenepos vor – eine freche Hommage an die Stadt und den Höhenrausch, in den sie selbst einen ausgebufften Satiriker versetzen kann.
Ale ist mehr als ein Getränk, Ale ist englische Seele pur: Matthias Politycki hat sich ihrem Wesen Pint für Pint nähergetrunken und dabei eine ebenso schräge wie systematische Feldforschung wider den bierischen Ernst betrieben. Was als ausgesprochen lässige Tour de Pubs beginnt, entpuppt sich als Stationendrama nach dem Muster eines Passionswegs: ein heldenhaftes Urbesäufnis für den guten ethnologischen Zweck – Völkerverständigung in Versform.
Eintritt: 8 Euro, Schüler und Studenten 5 Euro
© Mathias Bothor
Lale Akgün
Freitag, 30. September 2011, 20 Uhr
„Aufstand der Kopftuchmädchen“
Aula der Augustinerschule
Lale Akgün, prominente SPD-Politikerin und Muslima, Mitglied des Deutschen Bundestages von 2002 bis 2009, redet Klartext: Schluss mit der pauschalen Verteufelung des Islam durch Leute, die nichts davon verstehen. „Wir müssen gemeinsam den Islam westlich machen“, sagt sie.
Lale Akgün hat in der deutschen Politik Karriere gemacht, hat Bestseller geschrieben („Tante Semra im Leberkäseland“), ist in Köln zu Hause – und bekennt sich zum islamischen Glauben. Sie und unzählige andere Frauen werden für den Islamismus in Haftung genommen. Sie werden als Kopftuchmädchen verunglimpft und als Relikte einer archaischen Gesellschaft belächelt, weil man sich nicht die Mühe macht, zwischen Islam und Islamismus zu unterscheiden. Sie fordert einen neuen Islam, einen, der die westliche Welt, die Werte der Französischen Revolution und der Aufklärung anerkennt – aber sie wird bei diesem Kampf gerade von jenen in Stich gelassen, die angeblich so vehement für die Rechte muslimischer Frauen eintreten.
Lale Akgün, geboren 1953 in Istanbul, kam mit neun Jahren nach Deutschland. Nach dem Studium der Medizin und Psychologie arbeitete sie im Bereich Jugendhilfe und Familienberatung in Köln. Anschließend folgte der Aufbau des Landeszentrums für Zuwanderung in Nordrhein-Westfalen.
Eine Veranstaltung im Rahmen der Interkulturellen Woche 2011
Eintritt: 8 Euro, für Schüler und Studenten 5 Euro
© Melanie Grande
Jan Weiler
Donnerstag, 20. Oktober 2011, 20 Uhr
„Mein Leben als Mensch“
Aula der Augustinerschule
Jan Weilers neues Bühnenprogramm enthält die besten Kolumnen der wöchentlichen Serie „Mein Leben als Mensch“. Da das Personal dieser Serie identisch ist mit jenem der Bestseller „Maria, ihm schmeckt´s nicht“ und „Antonio im Wunderland“, gibt es also neue Geschichten über den italienischen Gastarbeiter Antonio Marcipane.
Jan Weiler wurde 1967 in Düsseldorf geboren, arbeitete zunächst als Texter in der Werbung und besuchte die Deutsche Journalistenschule in München. Anschließend arbeitete er von 1994 bis 2005 als Redakteur, Autor und schließlich als Chefredakteur beim „Süddeutsche Zeitung Magazin“.
2003 entstand aus einer Kurzgeschichte in diesem Magazin der Roman „Maria, ihm schmeckt´s nicht“. Das Buch gilt als das erfolgreichste deutsche Romandebüt der vergangenen 20 Jahre, die Verfilmung lief 2009 erfolgreich in den Kinos.
Seine Bücher gibt es komischerweise nicht auf Italienisch, wohl aber auf Koreanisch.
Eintritt: 12 Euro, Schüler und Studenten 8 Euro
© Daniel
Hellmuth Karasek
Freitag, 21. Oktober 2011, 20 Uhr
„Im Paradies gibt´s keine roten Ampeln“
OVAG-Hauptverwaltung - verlegt in die Aula der Augustinerschule Friedberg!
Die Klugheit von Glossen liegt oft in ihrer vorgeschützten Naivität und Dummheit, behauptet Hellmuth Karasek und hält Erlebnisse fest, über die man den Kopf schütteln, sich entrüsten oder aber lachen kann.
Im Himmel, so hoffte eine verkehrssündige und bußfertige Pastorin, gibt es keine roten Ampeln. Aber auf Erden, so lesen wir, werden die Japaner nicht dank Sushi hundert Jahre alt, sondern nur als Karteileichen. Auch darüber, dass die Wetterfühligkeit und die Klimakatastrophe die Deutsche Bahn erfasst haben und sich daraus eine Kundenfolterung ergeben hat, macht sich der Autor kuriose Gedanken. Und die politische Frage, warum sich Westerwelle keine goldene Fünf oder gar Drei auf die Schuhsohlen schreibt, wird ebenso kommentiert wie die, warum Seehofer wohl auf seiner Märklin-Eisenbahn eine Merkel-Puppe spazieren fährt.
Hellmuth Karasek, Journalist und Schriftsteller, leitete über 20 Jahre lang das Kulturressort des „Spiegel“, war Mitherausgeber des „Berliner Tagesspiegel“ und ist jetzt Autor von „Welt“ und „Welt am Sonntag“. Er veröffentlichte u.a. eine Biographie über Billy Wilder, „Go West“, eine Biographie der 50-er Jahre, seine Erinnerungen „Auf der Flucht“ sowie den Bestsellererfolg „Süßer Vogel Jugend“.
Eintritt: 10 Euro, Schüler und Studenten 7 Euro
© Christian Geisler
TITANIC-BoyGroup
Martin Sonneborn/Thomas Gsella/Oliver Maria Schmitt
Mittwoch, 9. November 2011, 20 Uhr
„30 Jahre TITANIC”
OVAG-Hauptverwaltung
Die verbotenste Zeitschrift Deutschlands feierte Geburtstag. Jede zehnte „Titanic“-Ausgabe ist indiziert, der 30-jährige Pointenterror des legendären Satiremagazins kostete Unsummen an Schmerzensgeld und beendete zahllose Karrieren.
Vor allem die der drei ehemaligen Chefredakteure Oliver Maria Schmitt, Martin Sonneborn und Thomas Gsella. Sie rieben sich auf im Kampf gegen Staatsanwälte und Richter und gegen ein Heer von Politikern.
Erleben, solange es noch legal ist! Sehen, hören und erleben dürfen die Besucher Schröder und Lafontaine am „Titanic“-Partytelefon, Schmiergeldaktionen mit Fifa- und Politik-Funktionären. Die Gäste dürfen aus sicherer Entfernung die drei Ex-Chefs mit ihrem brandneuen Jubiläumsprogramm und einer hochkomplexen PowerPointenPräsentation erleben. Dürfen unverschämte „Briefe an die Leser“ genießen, abstoßende Polit-Aktionen, charmante Pöbeleien, vollständige Gedichte und halblustige Witze.
Ein Lachereignis der verschärften Exzellenzklasse. Garantiert bald verboten!
Eintritt: 10 Euro, für Schüler und Studenten 7 Euro
Sylvia Börgens
Dienstag, 15. November 2011, 20 Uhr
„Wie aus Trauer Neues wächst“
Buchhandlung Bindernagel
Der Tod eines nahe stehenden Menschen ist eine Krise, eine Veränderung der Lebensumstände, an die wir uns anpassen müssen. Wir Menschen haben ein großes Potential, auch schwerwiegende Veränderungen zu bewältigen.
Welche Wege wir einschlagen, um in der Bewältigung voran zu kommen, liegt an unserer Persönlichkeit und unseren bisherigen Erfahrungen. Es ist unwahrscheinlich, dass wir in einer solchen Extremsituation völlig neue Wege wählen. Wir verlassen uns eher auf das, was sich für uns bewährt hat. Man kann einen eher gefühlsbetonten, emotionalen Weg von einem eher handlungsbetonten Weg unterscheiden; Menschen unterscheiden sich in ihren Strategien zur Bewältigung: ob sie eher den Austausch mit anderen suchen oder auf Problemlösung hin orientiert sind.
Dr. Sylvia Börgens aus Wölfersheim stellt anhand von vielen Fallgeschichten Handlungen vor, die Trauernde gefunden haben, um ihren Verstorbenen zu ehren und seiner zu gedenken. Die meisten entstammen der Erfahrung der Autorin als Psychologin und Trauerbegleiterin. Sylvia Börgens ist Diplom-Psychologin mit Praxis für Lebensberatung und Trauerbegleitung. Nach dem Verlust eines Kindes 1989 arbeitet sie seit 1993 schwerpunktmäßig mit Trauernden, vor allem trauernden Eltern.
Eintritt: 7 Euro, Schüler und Studenten 4 Euro
Walter Kohl
Mittwoch, 23. November 2011, 20 Uhr
„Leben oder gelebt werden –
Schritte auf dem Weg zur Versöhnung“
Aula der Augustinerschule
Viele Jahre lang lebte Walter Kohl ein Leben im Schatten eines übermächtigen Vaters – als „Sohn vom Kohl“. Die Belastungen der Parteispendenaffäre und der Freitod seiner Mutter wurden für ihn zur existentiellen Prüfung. Doch er entdeckte einen Weg, um die Herausforderungen zu meistern: Durch einen Prozess bewusster Versöhnung schließt er Frieden mit der Vergangenheit, den Eltern und sich selbst. So öffnet sich für ihn ein Weg zur Selbstbestimmung.
Kanzlersohn zu sein, ist Schicksal besonderer Art. Es bedeutet, in einem Spannungsfeld zwischen Selbst- und Fremdbestimmung zu existieren. In seinem Bestseller zeigt Walter Kohl: Sobald wir uns dem Leben vorbehaltlos stellen, wir selbst die Verantwortung übernehmen und unserer inneren Stimme folgen, treten wir aus der Rolle des Opfers heraus und werden frei, zu leben – statt gelebt zu werden.
Walter Kohl, Jahrgang 1963, Volkswirt, machte sich nach 15 Jahren als Angestellter in Großunternehmen selbstständig. Heute arbeitet er in der Automobilzulieferindustrie. Als studierter Historiker und überzeugter Christ findet er seine Vorbilder und Inspirationen in unserem kulturellen Erbe.
„Eine Wegbeschreibung zurück für all jene, die in der Mitte des Lebens den Faden verloren haben.“ (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
Eintritt: 10 Euro, Schüler und Studenten 7 Euro
© Jan Frommel
Zsuzsa Bánk
Donnerstag, 1. Dezember 2011, 20 Uhr
„Die hellen Tage“
Bibliothekszentrum Klosterbau
In einer süddeutschen Kleinstadt erlebt das Mädchen Seri „helle Tage“ der Kindheit: Tage, die sie im Garten ihrer Freundin Aja verbringt, die aus einer ungarischen Artistenfamilie stammt und mit ihrer Mutter in einer Baracke am Stadtrand lebt.
Doch die scheinbar heile Welt einer Kindheit in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts hat einen unsichtbaren Sprung: Seris Vater starb kurz nach ihrer Geburt, Ajas Vater kommt nur einmal im Jahr zu Besuch, und der gemeinsame Freund Karl hat seinen Bruder verloren, der einfach verschwunden ist.
Zsuzsa Bánk begleitet ihre jungen Helden durch ein halbes Leben: Als Seri, Karl und Aja zum Studium nach Rom gehen, wird die Stadt zum Drehpunkt – und zur Zerreißprobe ihrer Freundschaft.
Ein Buch, hoch gelobt von der Kritik, das auf Anhieb seinen Weg in die Bestsellerlisten fand.
Zsuzsa Bánk, geboren 1965, arbeitete als Buchhändlerin und studierte in Mainz und Washington Publizistik, Politikwissenschaft und Literatur. Heute lebt sie als Autorin in Frankfurt. Für ihren ersten Roman „Der Schwimmer“ (2002) wurde sie mit dem aspekte-Literaturpreis, dem Deutschen Bücherpreis, dem Jürgen-Ponto-Preis sowie dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet. Für die Erzählung „Unter Hunden“ erhielt sie den Bettina-von-Arnim-Preis.
Eintritt: 8 Euro, Schüler und Studenten 5 Euro
© Thorsten Greve
Andreas Maier
Mittwoch, 7. Dezember 2011
„Das Haus“
Bibliothekszentrum - ACHTUNG - Lesung wurde in die OVAG-Hauptverwaltung verlegt!
Am Beginn dieses Lebens ist Herbst, und Enten schwimmen auf dem Bad Nauheimer Teich. Der Erzähler erinnert sich an ein Paradies, ein Leben ganz ohne Menschen und Zwänge. Die ersten drei Jahre verlebt er bei seiner Urgroßmutter. Aber dann kommt der Einzug in das große, neue Haus der Familie, das dort gebaut worden ist, wo vormals die Apfelbäume standen. Das leere Haus wird zum Lebenszentrum des Kindes. Auf der Flucht vor dem grellen Küchenlicht des gemeinsamen Abendessens werden die unteren Regionen, die Kellerräume mit ihren Ölbrennern und Tankanlagen, zu seiner abgründigen Heimat. Das Kind spricht lange nicht, nimmt keinen Kontakt zu seiner Umwelt auf, wird zu Ärzten gebracht. Später fliegt der Keller als Raumschiff Enterprise in den Wetterauer Himmel, und der ältere Bruder ist der Kommandant. Während die Schwester, laut wie die Posaunen von Jericho, die Wände des Hauses zum Erzittern bringt.
Mit „Das Haus“ setzt Andreas Maier konsequent fort, was er mit seinem Erfolgsroman Das Zimmer begonnen hat. Ein Buch, ein Haus, ein Leben, nahe herangezoomt, dann wieder fast klinisch sezierend auf Abstand gebracht und immer erfüllt von der Seele des Kindes – und von dem vielleicht, was wir lange schon vergessen haben, auch wenn es einmal unser aller Ursprung gewesen ist.
Eintritt: 8 Euro, Schüler und Studenten 5 Euro
Pit Knorr/Ali Neander/Markus Neumeyer/ Frank Wolff
Sonntag, 18. Dezember 2011, 18 Uhr
„Erna, der Baum nadelt!“
Aula der Augustinerschule
Neuauflage auf vielfachen Wunsch!
Letztmalig!
Unglaublich! Völlig unerwartet werden Schorsch und Erna Breitlinger zu Zeugen eines schrecklichen Unglücks: Der Baum beginnt zu nadeln. Schorsch und Erna sind fassungslos, ein dramatisches Schauspiel nimmt seinen Lauf.
Pit Knorr, Autor der Neuen Frankfurter Schule, Mitbegründer der Satirezeitschrift „Titanic“ und Texter von Otto Waalkes liest den Kult-Sketch „Erna, der Baum nadelt!“ und andere Highlights aus dem Weihnachtsfundus des Autorentrios Robert Gernhardt / Bernd Eilert / Pit Knorr.
Von weihnachtlicher Musik oder fetzigem Rock häufig unterbrochen, herrlich umrahmt und heiter in den Hintergrund spielen ihn dabei Stars der Frankfurt Musikszene wie Ali Neander (Rodgau Monotones, Gitarre), Markus Neumeyer (Piano) und Frank Wolff (Cello). Sie sind die wahren Crossover-Engel zwischen E- und U-Musik und die eiligen drei Könige des Abends.
Ein Adventsabend der besonderen Art.
Eintritt: 12 Euro, für Schüler und Studenten 8 Euro
Gerold Stühler-Lenhard
Montag, 23. Januar 2012, 20 Uhr
„Sagarmatha. Wege. Berge. Begegnungen.“
Villa Trapp der Sparkasse Oberhessen
Sagarmatha wird in Nepal der Mount Everest genannt. Die Täler zu seinen Füßen sind die Heimat der Sherpa. Gerold Stühler-Lenhard stellt mit einer Multivisionsschau die atemberaubende Natur und wunderbaren Menschen einer Region vor, die weit mehr zu bieten hat als nur den höchsten Gipfel der Erde. Der Vortrag lässt den Betrachter tief eintauchen in Natur, Kultur und Tradition sowie in die Geschichten und Gesichter dieses faszinierenden Landes. Der Zuhörer lauscht alten Sherpa-Legenden über den sagenumwobenen Yeti ebenso wie den Erzählungen über das alte Leben als Hochträger für die großen Bergsteiger der Himalaya-Expeditionen.
Gerold Stühler-Lenhard, 1955 im unterfränkischen Theres geboren, reiste 2003 erstmals nach Nepal. Beim Zelttrekking im Solukhumbu kam es zu den ersten Begegnungen mit Menschen aus dem Volk der Sherpa und mit Kazi Sherpa. Das Ergebnis: ein Bildband, der andere Menschen neugierig machen soll auf dieses faszinierende Land und seine großartigen Menschen.
Gerold Stühler-Lenhard arbeitet in der beruflichen Bildung, ist verheiratet und hat einen Sohn und eine Tochter
Eintritt: 7 Euro, für Schüler und Studenten 4 Euro
Ernst Konarek
Dienstag, 7. Februar 2012, 20 Uhr
„Herr Janosch – Ein glücklich Überlebender“
Bibliothekszentrum Klosterbau
Zu seinem 80. Geburtstag sollte man ein bisschen mehr über den Vater der Tigerente, des Bären und des Tigers erfahren. Er, der warmherzige Misanthrop, der Säufer, der die hemmungslosen Säufer verachtet, der Inselphilosoph, der gerne Tage in der Hängematte verbringt, der widersprüchliche Ochsenlendenbrater, der Genießer, der Zurückgezogene, der Schweiger: „Fast alles, was geredet wird, kann genauso gut weggelassen werden. Die Quasselei dient vorwiegend dazu, etwas zu verschleiern, zu verbergen, falsch darzustellen oder eine gewünschte Stimmung zu erzeugen.“ Und des weiteren mehr.
Die Zuhörer werden einen Menschen kennenlernen mit grimmigem Humor. Sehnsüchtig nach Idylle, die es nicht gibt. Die Besucher werden schmunzeln, manchmal erschrecken, Neues erfahren, Kaleidoskop eines „Menschen“.
Die Besucher dürfen sich an diesem Abend fühlen wie Janosch in der Hängematte – und Ernst Konarek liest vor.
Der Schauspieler Ernst Konarek ist 1945 in Wien geboren, wurde am Max Reinhardt-Seminar ausgebildet, gehört nach Engagements in Braunschweig, Bochum, Frankfurt und Berlin seit 1988 zum Ensemble des Staatstheaters in Stuttgart. Daneben ist er immer wieder im Fernsehen und im Film zu sehen und im Funk zu hören.
Eintritt: 8 Euro, Schüler und Studenten 5 Euro
Roger Willemsen
Dienstag, 28. Februar 2012, 20 Uhr
„Die Enden der Welt“
Aula der Augustinerschule
Auf fünf Erdteilen war Roger Willemsen unterwegs, um seine ganz persönlichen Enden der Welt zu finden. Manchmal waren es die großen geographischen: das Kap von Südafrika, Patagonien, der Himalaja, die Südseeinseln von Tonga, der Nordpol. Manchmal waren es aber auch ganz einzigartige, individuelle Endpunkte: ein Bett in Minsk, ein Fresko des Jüngsten Gerichts in Orvieto, eine Behörde im kriegszerrütteten Kongo. Aber immer geht es in diesen grandiosen literarischen Reisebildern auch um ein Enden in anderem Sinn: um ein Ende der Liebe und des Begehrens, der Illusionen, der Ordnung und Verständigung. Um das Ende des Lebens – und um den Neubeginn.
Die Summe von Willemsens Arbeit – sinnlich, klug und fulminant erzählt, gesättigt von den Farben der Welt.
Roger Willemsen veröffentlichte sein erstes Buch 1984 und arbeitete danach als Dozent, Herausgeber, Übersetzer, Essayist und Korrespondent aus London, ab 1991 auch als Moderator, Regisseur und Produzent fürs Fernsehen. Er erhielt u.a. den Bayerischen Fernsehpreis und den Adolf-Grimme-Preis in Gold. Willemsen ist „amnesty“-Botschafter, Schirmherr des Afghanischen Frauenvereins und Honorarprofessor für Literaturwissenschaft an der Humboldt-Universität in Berlin. Seine bisherigen Bestseller sind „Deutschlandreise“, „Gute Tage“, „Afghanische Reise“, „Hier spricht Guantanamo“, „Der Knacks“ und „Bangkok Noir“.
Eintritt: 10 Euro, für Schüler und Studenten 7 Euro
© Alexander Mirsch
Wilhelm Genazino
Donnerstag, 22. März 2012
„Wenn wir Tiere wären“
Bibliothekszentrum Klosterbau
Alles ist da, Beruf, Wohnung, Einkommen, Urlaub, Frau. Aber schon eins davon wäre manchmal weitaus genug, und das wundervolle Alles ist mehr, als einer erträgt. Aber wie befreit man sich vom Privatleben, wenn man nicht mal die Arbeit loswird?
Das Leben ist hart und überfordert leicht den Stärksten: Tägliche Anwesenheit am Arbeitsplatz, inklusive Engagement und freundlichem Gesicht, Benutzung von Verkehrsmitteln, Besuch von Supermärkten. Dann noch das Privatleben. Selbst wenn die Sache mehr oder weniger funktioniert, unausweichlich kommt der Moment, da ein Mann nicht mehr weiterweiß. Er ist freier Mitarbeiter eines Architekturbüros und Freund von Maria. Doch als er eine feste Stelle antritt, gerät das heikle Gleichgewicht ins Schwanken, und ehe er sich versieht, sind es statt einer sogar drei Frauen. Ach, wenn wir Tiere wären! Eine Ente im Park, ein freundlicher Hund auf dem Sofa! Wilhelm Genazino erzählt von einer Gegenwart, die jeden überfordert, und von einem Mann, der dem Druck nur widerstehen kann, indem er das Regelwerk durchbricht. Doch es kommt, wie's kommen muss: Der Betrug fliegt auf und der Mann ins Gefängnis. Ironisch, witzig und böse - Wilhelm Genazino ist auf der Höhe seiner Kunst.
Von Büchner- und Kleist-Preisträger Wilhelm Genazino, geboren 1943 in Mannheim, erschienen in jüngster Vergangenheit „Ein Regenschirm für diesen Tag“, „Die Liebesblödigkeit“ und „Abschaffel“.
Eintritt: 7 Euro, Schüler und Studenten 4 Euro
© Annette Pohnert
Manfred Krug
Dienstag, 27. März 2012, 20 Uhr
„Schweinegezadder“
Aula der Augustinerschule
Manfred Krugs Buch „Abgehauen“ war der aufregende und manchmal stumm machende Einblick in die gesellschaftliche Ordnung des DDR-Systems. Die von Krug vermittelten Erlebnisse sind erschütternd; durch alle Bitterkeit hindurch aber voller Komik.
Diese hintergründige Komik durchzieht auch sein Buch „Schweinegezadder – Schöne Geschichten“. Aber diese Bezeichnung allein ist ja schon doppeldeutig. Manfred Krug, der Schauspieler, Sänger und Autor, erzählt Erlebnisse und Beobachtungen aus Ost und West, manchmal mit hintergründig naivem Ton, der gerade dadurch nachdenklich macht.
Er selbst sagt: „… richtiger Alltag ist es zwar nicht. Und doch geht es um Sachen, die in Deutschland Ost und West passiert sind oder hätten passieren können.“ Und wer sollte sich dort wie hier, selbst wenn es nicht um Alltag geht, besser auskennen, als ein sowohl Hübiger wie auch Drübiger, nämlich Manfred Krug.
Manfred Krug, geboren 1937 in Duisburg, zog 1949 mit seinem Vater in die DDR, wurde nach einer Lehre zum Stahlschmelzer schließlich Schauspieler. 1977 siedelte er in die Bundesrepublik um, kann seitdem auf eine fulminante Karriere zurückblicken, besonders mit seinen Rollen in den Serien „Auf Achse“, „Liebling Kreuzberg“ und als „Tatort“-Kommissar Stoever.
Eintritt: 12 Euro, Schüler und Studenten 8 Euro
© Hans Scherhaufer
Thomas Schneider/Friedrich Witte/
Martin Gehrmann/Felix Holzenkamp
Donnerstag, 19. April, 20 Uhr
„Jacques-Brel-Liederabend“
OVAG-Hauptverwaltung
Jacques Brel (1929 – 1978), Schauspieler belgischer Herkunft, französischer Chansonsänger und „Krieger in Sachen Liebe“ schreit, singt und schreibt alles heraus, was ihn bewegt. Mit dem Virus des Widerborstigen steckt er die Menschen an. Sie brauchen diese Droge der geistigen Revolution, die sie in die Lage versetzt, ihren Alltag zu ertragen. „Amsterdam“, „Geh nicht fort von mir“, „Jackie“, „Mein Flanderland“, „Karussell“ und und und – Dunkle Lieder vom Tod stellt er neben wilde Lebenslust, bis ein ganzes Spektrum von Liebe bis Leid, Abschied und Neubeginn entsteht.
Mit deutschen Texten, Liedern, Klavier, Gitarre, Schlagzeug, Cello, Bass und Akkordeon ehren ihn an diesem Abend ein Ensemble aus Osnabrück, Thomas Schneider und Friedrich Witte sowie „Les deux musiciens“, Martin Gehrmann und Felix Holzenkamp.
Eintritt: 12 Euro, Schüler und Studenten 8 Euro
Mathias Herrmann/Hannes Schäfer
Mittwoch, 16. Mai 2012, 20 Uhr
„Robert-Gernhardt-Abend“
OVAG-Hauptverwaltung
„Die große Menge wird mich nie begreifen, die Pfeifen.“ Diese „Klage“ erhob der Dichter Robert Gernhardt (1937 – 2006) augenzwinkernd, um festzustellen: „Mein Gott ist das beziehungsreich – ich glaube, ich übergeb mich gleich.“
Der in Reval (Estland) geborene Gernhardt war Mitbegründer der Neuen Frankfurter Schule, deren Publikationsorgan nach „Pardon“ das Satiremagazin „Titanic“ wurde. Zusammen mit Bernd Eilert und Pit Knorr war er Co-Autor verschiedener Otto-Shows und war am Drehbuch von vier Otto-Filmen beteiligt.
Gernhardt gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen deutschen Lyriker. Beachtlich seine. So unter anderem den Heinrich-Heine-Preis, den Wilhelm-Busch-Preis, den Bertolt-Brecht-Literaturpreis und und den Deutschen Kleinkunstpreis.
Mathias Herrmann und Hannes Schäfer lesen aus seinen zahlreichen Werken Komisches und Besinnliches. Herrmann ist bekannt etwa aus der Serie „Ein Fall für zwei“ und dem Film „John Rabe“. Schäfer absolvierte seine Ausbildung an der Westfälischen Schauspielschule, blickt auf Engagements an den Theatern von Kassel, Tübingen, Nürnberg, Wiesbaden, Mannheim und Basel zurück.
Eintritt: 10 Euro, Schüler und Studenten 7 Euro
Dana Wolter / Jens G. Finke
14. oder 28. Juni 2012
(der genaue Termin wird noch bekannt gegeben)
„Du bist, was du liest“
Bibliothekszentrum Klosterbau
Bücher gewürzt, geschüttelt, gemixt und grotesk serviert. Willkommen im „Café der verrückten Lesewelten“. Die Slapstick-Künstler Dana Wolter und Jens G. Finke servieren ein Menü aus literarischen Köstlichkeiten – vom lyrischen Buchstabenaperitif, über spannende Buchrückenfilets bis zum aufklärenden Nachwortpudding.
Im ersten Teil lassen sie ein delikat zubereitetes Menü auf der Zunge zergehen. Genussvoll dürfen das die Besucher verdauen und sich auf eine Reise in die Welt der Phantasie begeben.
Im zweiten Teil bekommen Leser mit Geschmack ein „bio-dynamisches Bücherquiz“ serviert. Literarische Häppchen werden pantomimisch, verbal oder bildnerisch aufgetischt. Die Gäste erraten die Zutaten und werden köstlich belohnt.
Ein heiter-skurriler Abend mit Slapstick, Artistik, Gesang und Moderation.
Eintritt: 10 Euro, Schüler und Studenten 7 Euro
DIE 100. LESUNG!
Ina Rudolph
Donnerstag, 21. Juni 2012, 20 Uhr
„Mord zwischen Messer und Gabel“
OVAG-Hauptverwaltung
Wir servieren vier kulinarische Kurzkrimis für ausgekochte Krimifans. Die Schauspielerin Ina Rudolph liest ein mörderisches Menü, garantiert ohne fatale Spätfolgen für ihre Gäste. Als Vorspeise rächen indische Gewürztörtchen eine gekränkte Ehre vor laufender Kamera. Im ersten Gang gelangt Blut unbemerkt in die Pasta eines mit Mühe eröffneten Restaurants. Ein Weihnachtsmann, der keiner sein wollte, kämpft im Hauptgang mit Fleischpasteten und bei der Nachspeise: Allergiker aufgepasst! Köstlicher Kuchen kann tödlich enden …
Die Schauspielerin Ina Rudolph, die ihre Geschichten dem Buch „Mord zwischen Messer und Gabel“ von Andrea Busch entnimmt, kennt sich mit Krimis aus. Sie führte bereits in der vergangenen Lesesaison erfolgreich durch den heiteren Abend „Bei den Brunettis zu Gast“ mit Texten von Donna Leon.
Die 1969 in Brandenburg geborene Schauspielerin war zu sehen in einigen „Tatorten“ und in Serien wie „Hinter Gittern“, „Inga Lindström“, „Blackout“, „In aller Freundschaft“, verschiedenen „SOKO“-Folgen, „Verliebt in Berlin“ und „Alarm für Cobra 11“.
Ein unterhaltsamer Abend – mit Speisen und Getränken.
Eintritt: 22 Euro (inklusiv Speisen)
Informationen
Die Veranstalter behalten sich das Recht vor, den Veranstaltungsort für die einzelnen Lesungen zu ändern. Geänderte Veranstaltungsorte werden bekannt gegeben über die Tagespresse sowie die Internetseite www.ovag.de (Veranstaltungen / Vorschau).
Vorverkauf
Karten für sämtliche in diesem Heft genannten Lesungen sind im Vorverkauf erhältlich in den Buchhandlungen Bindernagel in Friedberg, Büdingen und Butzbach, im Bibliothekszentrum Klosterbau, im Dienstleistungszentrum Wetterau in Friedberg am Europaplatz (Schalter der OVAG), bei der Sparkasse Oberhessen sowie telefonisch über die ovag Energie AG unter der Rufnummer 06031 82 - 1113. Die Karten für die Lesungen sind ab dem 1. Juli 2011 erhältlich.
Bei der Sparkasse Oberhessen, KompetenzCentrum Friedberg und unter 06031 – 86276 (Giro X-tra Kunden erhalten 1 Euro Rabatt je Karte).
Zusendung des Programmheftes kostenlos unter 06031 82-1113.
Die Orte
Buchhandlung Bindernagel
Kaiserstraße 72
OVAG-Hauptverwaltung
Nähe Bahnhof, Hanauer Straße 9 – 13
Bibliothekszentrum Klosterbau
Augustinergasse 8
Augustinerschule
Goetheplatz 4
Villa Trapp der Sparkasse Oberhessen
Ockstädter Straße 6
Café Kaktus
Hospitalgasse 16

